RESIDENT ALIEN / SITUATION NR1

Barbara Gamper 09|09|2011

Die Charaktere im Video scheinen als Gruppe zusammen zu gehören. Dennoch kommunizieren sie nicht untereinander – zumindest nicht mittels Sprache. Vielmehr scheinen sie über ihre Körper untereinander verbunden, über eine Art Ritual, das sie in jenem im Video sichtbaren Ort aufführen. Im Rahmen der Performance werden die Charaktere das Video sogar entspringen und die Ausstellungsräume selbst besetzen. So verschwimmen cinematographischer und realer Raum, was nicht nur Fragen nach der räumlichen, sondern auch der zeitlichen Verortung der Situation aufwirft: Haben die Personen den im Video gezeigten Zeitabschnitt so eben verlassen oder steht ihr Eintauchen unmittelbar bevor? Ihre Isolation, Entfremdung und gelegentliche Bewegungslosigkeit stellt das Reale ihrer Existenz laufend in Frage. Sind sie überhaupt menschlich? Vergangenheit und Zukunft entfalten sich in der dargestellten Situation und erinnern an Science-Fiction, verweisen auf den Zusammenhang zwischen menschlicher Existenz, natürlichen Kreisläufen und technologischer Evolution. Dazu berührt diese interdisziplinäre Arbeit Aspekte der Deplatziertheit, Ent-setzung und Ortlosigkeit, die mit der Virtualisierung einhergehen, thematisiert die Rolle des Körpers in der virtuellen Topologie, beschäftigt sich mit Individualität, Uniformität und hierarchischen Strukturen in einer Gruppe oder der Gesellschaft an sich.

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