INTERMITTENZE | UNSTETIGKEITEN

Performance des Tanz-Theaters, basierend auf dem Text “Was bleibt” von Christa Wolf.
05|10|2013

Die zeitgenössische Aufarbeitung des Textes von Seiten des Meraner Vereins Errante wird im Ausstellungsort in Lana gezeigt und kann dort ihre gesamte Intensität zum Ausdruck bringen.
Das Projekt zeigt Fragmente einer artikulierten und zutiefst gefühlten Schreibweise, die Dialoge, alltägliche Tätigkeiten verfälscht und sich durch eine Ausdrucksweise am Übergang zwischen Tanz und Theater mitteilt. Ausgehend von einem Zeitzeugenbericht über die politische und soziale Situation in der DDR greift die  Performance den Nachhall einer Leidenschaft, welche hochentwickelte Systeme politischer Kontrolle entlarvt, auf. In Hinblick auf eine kollektive Entmachtung, arbeiten die Interpreten an einer Erlösung durch puren Ausdruck der kreativen Möglichkeiten des Individuums.

Ost-Berlin, Ende der 70er Jahre. Eine von der Stasi überwachte Intellektuelle streift ruhelos in ihrer Wohnung umher und betrachtet die Spuren ihrer verletzten Privatsphäre: Die Begrenzungen ihrer Wohnung, überschritten von Fremden und ständig überwacht von einer Stasi-Streife, Telefongespräche und Besuche von Freunden, Familienangehörigen, Personen mit denen die Schriftstellerin Dialoge voller Zensuren, die sie bereits verinnerlicht hat, führt. Die Alltäglichen Gesten und Wörter werden verwechselt, enthüllen die Unterdrückung durch die Anwesenheit der Anderen: Die Angst vor dem Verrat, der Verleumdung und der politischen Verfolgung beeinträchtigen jede noch so kleine Bewegung.

Vor dem Hintergrund einer urbanen und sozialen Verwüstung ist das Erwachen plötzlich und alles andere als umwerfend: Als Referentin zu einer Debatte in einem Kulturhaus eingeladen, wendet sich die Protagonistin an ein vorausgewähltes Publikum, Personen, welche der Veranstalter in der Angst, dass ansonsten “etwas passieren könnte”, ausgewählt hat. Das echte Publikum ist, in Wahrheit, durch Polizeiüberwachung fern gehalten worden. Plötzlich beschäftigen sich die Anwesenden im Saal mit der Frage einer Frau: Wie kann aus dieser Gegenwart eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder hervorgehen? Während eine leidenschaftliche Debatte um diese Fragen entbrennt und die Reihen einer organisierten Veranstaltung umwirft, wird die Menge der Ausgeschlossenen vor dem Gebäude von der Polizei zerstreut.

Projekt: Verein Errante

Regie: Danilo Ferrin, Silvia Morandi
Choreografie: Josu Lenzameta, Silvia Morandi
Künstlerischer Berater:  Michele Fucich
Interpreten: Danilo Ferrin, André Fincato, Michele Fucich, Josu Lenzameta,
Silvia Morandi, Serena Osti
Musik: Richard Crow

Die Performance des Vereins Errante mit dem Titel “Unstetigkeiten” wird, im Rahmen des 9.  Tag der zeitgenössischen Kunst, in der Kunsthalle Eurocenter in Lana aufgeführt.

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